Auf Schnäppchenjagd am Black Friday

Jedes Jahr im November ist es wieder soweit. Jeweils am folgenden Tag des vierten Donnerstags im November findet der Black Friday statt. Der Tag, an dem einmalige Rabatte und Sonderangebote Schnäppchenjäger in einen regelrechten Rausch versetzen und das Weihnachtsgeschäft offiziell eröffnet wird.

Woher stammt die Tradition des Black Friday?

Der Black Friday hat seinen Ursprung in den USA. Am vierten Donnerstag im November feiern die Amerikaner Thanksgiving, einer der wichtigsten Feiertage. Immer mehr Amerikaner nutzten den darauffolgenden Freitag für einen arbeits- oder schulfreien Tag, um so von einem langen Wochenende zu profitieren. Da an Thanksgiving die ganze Familie zusammenkommt, wurden bei dieser Gelegenheit oft bereits die Weihnachtswünsche besprochen, um diese am Freitag auch gleich einzukaufen.

 

Dieses neue Einkaufsverhalten blieb von den Händlern nicht unbemerkt und viele begannen, an diesem speziellen Freitag nach Thanksgiving Spezialangebote zu lancieren. Damit wollten sie erreichen, dass die Kunden ihre Geschenke exklusiv bei ihnen einkauften. Mit der Zeit weiteten sich die Rabatte und Angebote immer mehr aus, bis zum Black Friday, wie wir ihn heute kennen.

 

Warum heisst der Schnäppchen-Tag ausgerechnet «Black Friday»?

Über die Herkunft des Namens des Schnäppchen-Tages gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass der Börsencrash von 1929 für den Namen verantwortlich ist, weil die heutigen Schnäppchenjäger ein ähnliches Chaos veranstalten wie damals die besorgten Anleger. Eine andere Herleitung stammt aus einem Polizeibericht von 1966 aus Philadelphia, dem hervorgeht, dass die Händler die grossen Menschenmassen vor ihren Geschäften einfach als schwarze Masse wahrnahmen. Und wieder einer anderen Quelle zufolge erzielten die Händler an diesem Tag erstmals im Jahr schwarze Zahlen.

 

Der Black Friday in der Schweiz

Der Black Friday fand seinen Weg erst spät in die Schweiz. Während Jahrzehnten schauten wir nur fasziniert auf die Bilder aus den USA, die überfüllte Geschäfte, endlose Schlangen von wartenden Menschen und sich streitende Kunden zeigten. Erst 2015 griffen auch die Schweizer Detailhändler, allen voran Manor mit erstmaligen Rabatten von 30%, diesen Trend auf und begannen, erste Black Friday-Angebote zu lancieren.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Black Friday

Im angelsächsischen Raum, allen voran in den USA und in England, hat der Black Friday eine lange Tradition, die bis in die 60er Jahre zurückgeht. Viele Händler warten an diesem Tag mit  unschlagbaren Angeboten auf. In den USA wird seit 2011 ein jährlicher Umsatz von mehr als 50 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Das sind im Durchschnitt zwischen 380 und 425 US-Dollar pro Kunde. In der Schweiz liegt der Betrag pro Kopf mit knapp 150 Schweizer Franken deutlich tiefer.

 

Ob sich er enorme Aufwand, den Händler speziell für den Black Friday betreiben, finanziell tatsächlich lohnt, ist fraglich. Denn die enormen Rabatte führen zu riesigen Einbussen bei den Margen, was bedeutet, dass die Händler deutlich grössere Mengen verkaufen müssen, um an diesem Tag einen Gewinn zu erzielen. Ebenso haben sich viele Kunden an die Rabattschlacht gewöhnt, so dass grössere Investitionen oft bis zum November aufgeschoben werden. In den USA zeigt der Trendbarometer denn auch nach unten, die Beliebtheit des Schnäppchen-Tages hat nach über 40 Jahren abgenommen.

 

Wieviel sparen Kunden am Black Friday tatsächlich?

Nicht alle Produkte sind am Black Friday zu massiv reduzierten Preisen erhältlich. In der Vergangenheit hat sich ein Einkauf von Playmobil, Spielekonsolen und Android-Handys an diesem Tag besonders gelohnt. Wo hingegen keine speziellen Rabatte auf Apple-Produkte, Tablets und Lego-Steine erhältlich waren. Konsumentenschützer weisen auch immer wieder darauf hin, dass die Rabatte künstlich aufgeblasen werden, weil sie nicht auf dem effektiven Marktpreis basieren, sondern von höher angesetzten Preisen ausgehen. Daher entspricht ein angepriesener Rabatt von 50 Prozent oder mehr eher einer Reduktion von zehn bis 25 Prozent.

 

Vom Black Friday zum Cyber Monday

Um den rückläufigen Zahlen in den USA entgegenzuwirken, haben Händler, allen voran Amazon, 2003 den sogenannten Cyber Monday eingeführt. Dieser findet am darauffolgenden Montag des Black Firday statt. Der Cyber Monday, wie es der Name schon sagt, wurde von Online-Anbietern ins Leben gerufen, da der Black Friday vor allem stationären Geschäften half. Der Cyber Monday hat aber nie den Erfolg des Black Friday erreicht.

 

Neuartige Formen der Schnäppchentage

Vor allem die Online-Giganten Amazon und AliExpress haben den Cyber Montag weiterentwickelt, indem sie eine Cyber Week – auch Cyber Monday Woche genannt – eingeführt haben. Diese beginnt am Montag vor dem Black Friday und endet am Cyber Montag. Während insgesamt acht Tagen werden Kunden im Minutentakt mit neuen Schnäppchen angelockt.

 

Vor der Schnäppchenjagd ist nach der Schnäppchenjagd. Denn mittlerweile haben einige Händler zusätzliche Aktionstage eingeführt, die noch grössere Rabatte als der Black Friday versprechen. Amazon etwa lancierte den Prime Day, und andere Händler den Black Friday in July, um auch im Sommer attraktive Rabatte anbieten zu können.

 

Der chinesische Singles Day

Inzwischen auch angekommen in der Schweiz ist der chinesische Singles Day. Dieser findet jeweils am 11.11 statt und glaubt man den veröffentlichten Zahlen der grossen Anbieter, hat auch dieser wie eine Bombe eingeschlagen.